Die Gemeinwohlprämie des DVL - auf ihrem Weg

Von der Idee zum Modell der Zukunft – ein innovativer Förderansatz, gewachsen aus gemeinsamer Entwicklungsarbeit von Praxis und Wissenschaft.

Die Gemeinwohlprämie (GWP) des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) hat sich in einem mehrstufigen politischen und fachlichen Prozess entwickelt. Die Idee wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet, in der Praxis erprobt und laufend optimiert. Daher liegt heute ein ausgereiftes, praxistaugliches Förderinstrument für eine zukunftsfähige Landwirtschaft vor.

Schritt 1: Gemeinwohlleistungen 
sollen sichtbar werden

Mit der Diskussion um die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 wuchs der politische Druck, öffentliche Gelder konsequenter an öffentliche Leistungen zu binden. In Deutschland entwickelte der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) frühzeitig den Ansatz einer „Gemeinwohlprämie“, um Betriebe gezielt für konkrete Leistungen für beispielsweise Biodiversität, Klima, Boden und Wasser zu honorieren. Ziel war ein einfaches, transparentes und rechtssicher auszugestaltendes Modell, das sich nahtlos in die Erste und Zweite Säule der GAP integrieren lässt. Die Gemeinwohlprämie (GWP) des DVL sollte damit eine Antwort auf die Frage geben, wie die einkommenswirksame Stützung der Landwirtschaft stärker an messbare Gemeinwohlleistungen gekoppelt werden kann.

Schritt 2: Entwicklung 
und Validierung des Modells

Auf dieser Grundlage wurden in mehreren Konzeptpapieren die fachlichen und rechtlichen Eckpfeiler der Gemeinwohlprämie erarbeitet und weiter geschärft. Im Zentrum standen die Definition geeigneter Indikatoren, die Bewertung von Maßnahmen sowie Fragen der Verwaltungsvereinfachung. Wissenschaftliche Gutachten untersuchten die Vereinbarkeit mit EU-Recht, die Anknüpfung an Umwelt- und Klimaziele sowie die Umsetzbarkeit in bestehenden Förderkulissen. Parallel dazu wurden Berechnungsmodelle entwickelt, die eine leistungsgerechte und nachvollziehbare Honorierung der Gemeinwohlleistungen ermöglichen. Die nun vorliegenden Gutachten und Konzeptpapiere dokumentieren diesen Entwicklungsprozess und zeigen, dass die Gemeinwohlprämie fachlich solide begründet und rechtlich anschlussfähig ist.

Schritt 3: Praxistest in Modell- 
und Demonstrationsvorhaben

Die GWP ist nicht nur Theorie, sondern wurde in verschiedenen Modell- und Demonstrationsvorhaben mit landwirtschaftlichen Betrieben in der Praxis erprobt. In diesen Projekten wurden die entwickelten Indikatoren und Maßnahmenkataloge im betrieblichen Alltag getestet, dokumentiert und weiter verfeinert. Die Erfahrungen der Landwirt*innen, der Bewilligungsstellen und der begleitenden Beratung flossen systematisch in die Weiterentwicklung des Instruments ein. Die Ergebnisse zeigen, dass die GWP sowohl von Betrieben als auch von Verwaltungen handhabbar ist und gezielt zu mehr Klima-, Umwelt- und Naturschutzleistungen beitragen kann.

Schritt 4: Die GWP 3D auf dem Weg 
in die GAP 28

Eine überarbeitete Maßnahmenauswahl, die verfeinerte Punktebewertung und die vereinfachte Darstellung im Simulationsrechner smartGAPP sollen nun den Weg in die GAP 28 ebnen.

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